Der Ursprungsgedanke der Jubiläumsgesellschaft zum 150-jährigen Bestehen des Klosters Marienthal im Jahre 2016 entstand beim Vorjahres-Vortrag über das Leben der Sacré Coeur-Schwestern hier in Münster am Tag des offenen Denkmals. Um dieses Klosterjubiläum würdig feiern zu können, machte sich Ingrid Feldkamp in sozusagen gelungener kleiner Detektivarbeit auf den Weg, eine Sacré Coeur-Schwester zu finden, die über die Klostergründung am Standort Münster fundiert Kenntnisse hat. Die einzige jetzt noch bestehende Niederlassung gibt es heute noch in Bonn-Pützchen. Dort wurde unsere Anfrage vermittelt an Schwester Beatrice Bödiker aus dem Kloster Riedenburg in Bregenz/Österreich. Der fantastische Vortrag der Historikerin Schwester Beatrice fand am 30.08.2016 bei strahlendem Sonnenschein in der Lukaskirche der LWL-Klinik Münster statt. Die Lukaskirche steht heute fast genau an dem Ort, wo damals das Kloster Marienthal erbaut wurde. Das Klostergebäude ist leider im 2. Weltkrieg vollständig zerstört worden. Im Jahr 1866 bezogen die Sacré Coeur Schwestern das neugebaute Kloster Marienthal; damals weit vor den Toren der Stadt Münster gelegen. Die Schwestern hatten zuvor bereits mehr als 10 Jahre in Warendorf ein Waisenhaus und eine „Höhere Töchterschule“ und waren aus Platz-und anderen Gründen in die Bistumsstadt Münster gezogen. Hier in Münster war es bis 1873 eine sehr beliebte und gut besuchte “Höhere Töchterschule“. Bedingt durch den Kulturkampf mussten die Schwestern diese Schule schließen und gingen nach Blumenthal in den Niederlanden. Die bunt zusammengesetzte Feiergemeinschaft am 30.08.2016 zum 150-jährigen Klosterjubiläum Marienthal setze sich zusammen aus Ordensschwestern der umliegenden Ordensgemeinschaften in Münster und eine großen Schar aus dem Freundeskreis der ehemaligen Internatsschülerinnen der Internatsschulen aus dem norddeutschen Raum. Erfreulich war, dass eine große Anzahl von Mitarbeitern der LWL-Klinik Münster sowie auch einige geschichtsinteressierten Patienten und Bewohner zu der Jubiläumsfeier gekommen waren. Der Festakt begann mit einem 1-stündigen Vortrag der Sacré Coeur Schwester Historikerin Beatrice Bödiker. Sie hat die Gründungsgeschichte der ersten Niederlassung des Ordens auf deutschem Boden historisch aufgearbeitet und in interessantem Sprachstil der Festgemeinde vermittelt. Nach dem Vortrag begab sich die große Festgemeinschaft auf „geschichtliche Spurensuche“ auf dem jetzigen Klinikgelände. Unter anderem besuchten wir den- unter Denkmalschutz stehenden-Friedhof der Sacré Coeur Schwestern im Marienthal-Wäldchen. Dort sind sechs Schwestern beerdigt, die ab 1866 hier in Münster verstorben sind. Obwohl keine Grabstätten mehr vorhanden sind, wurde in der Gedächtnisfeier der einzelnen Schwestern in würdiger Form gedacht. Den Abschluss des Tages bildete eine gemütliche Kaffeetafel, zu der alle Gäste von der LWL-Klinik Münster eingeladen waren. Dort gab es noch Anekdoten aus einem alten Poesiealbum einer Pensionats-Schülerin. Viele der Anwesenden waren sehr angetan von der Jubiläumsfeier und wollten sich finanziell erkenntlich zeigen. Spontan wurde die Idee geboren, dass das Geld zur Freude der psychisch kranken Menschen der Ernst-Kirchner-Stiftung gegeben werden soll. Wir freuen uns als Ernst-Kirchner-Stiftung über die 200,00 Euro Spende.