Ein lauer Sommerabend, ein gutes Buch in der Hand und dann noch daraus vorgelesen bekommen, das ist wunderbar, so begann die Moderatorin Ingrid Feldkamp von der Ernst Kirchner Stiftung die Einführung zu den drei Leselust-Abenden.
Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Integration und Flucht in Düsseldorf las beeindruckende Ausschnitte aus dem Buch "Tor zur Freiheit" von Tuğba Tekkal; angefangen in ihrer Kindheit als siebtes von elf Geschwistern in einer jesidisch-kurdischen Großfamilie, hinein in die herausfordernde Schulzeit, auf den Bolzplatz, dann als Profifußballerin in die Stadien. Die zahlreichen Zuhörerinnen lauschten aufmerksam den Worten der Ministerin.
In der Pause wurden kleine Leckereien den Besuchern gereicht, die in der Arbeitstrainingswerkstatt gefertigt wurden. Alles soll die Lebensfreude der psychisch erkrankten Menschen fördern.
Direktor Dr. Georg Lunemann las sein Lieblingsmärchen aus der Kindheit vor, die Bremer Stadtmusikanten. Viele waren vermutlich an Szenen aus der Kindheit erinnert. Am Tag zuvor hatte auch die neue Leiterin der Stadtbibliothek Münster Frau Cordula Gladrow ein Märchen zum Vorlesen ausgewählt. Die Seelsorgerin der LWL-Klinik Münster Dr. Britta Jüngst las aus einer Biographie einer psychisch erkrankten Frau.
Den Abschlussabend der Leselust-Abende gestalten Rolf Dammeyer, der Vorsitzende der Ernst Kirchner Stiftung und Frau Dr. Marga Munkelt, Literaturwissenschaftlerin der Uni Münster, die schon in den Vorjahren gelesen hat und für humorvolle, hochinteressante Geschichten bekannt ist.
Die Verschiedenartigkeit der ausgewählten Texte, die Art und Weise des Vorlesens ist immer wieder spannend und dass trotz des hochsommerlichen Wetters so viele Zuhörer gekommen sind, das macht die Besonderheit des Leselust-Abende deutlich, so Ingrid Feldkamp. Sie lud schon für das nächste Jahr ein. In der letzten Ferienwoche feiern wir das 20-jährige Bestehen der Ernst Kirchner Stiftung im Rahmen der Leselust-Abende.